Hasselblad, Victor, Gothenburg, Schweden

Hasselblad

Vor über 150 Jahren, genauer gesagt im Jahr 1841, gründet die Familie Hasselblad in der westschwedischen Hafenstadt Göteborg ihre erste Handelsgesellschaft: F.W. Hasselblad & Co. Die Nähe zum europäischen Kontinent und die etablierten Handelsbeziehungen zu Grossbritannien, den Niederlanden, Dänemark, Deutschland und vielen weiteren Ländern machen Göteborg zum idealen Standort für eine Im- und Exportfirma. Schon bald zählt F.W. Hasselblad & Co zu den erfolgreichsten Handelshäusern Schwedens. Die Firma beginnt, Zubehör und Produkte für die immer populärer werdende Fotografie zu importieren.

Arvid Viktor Hasselblad, Sohn des Firmengründers und begeisterter Hobbyfotograf, erhebt schliesslich das Fotografiegeschäft zu einem eigenen Firmenbereich – der Überlieferung nach mit den Worten: "Viel Geld wird uns das sicherlich nicht einbringen, aber wenigstens können wir kostenlos Fotos machen."

Diese Gewinnprognose erweist sich schon bald als grundfalsch, und der neue Geschäftsbereich wird zu einer tragenden Säule von F.W. Hasselblad & Co. Doch selbst dann kann Arvid Viktor noch nicht ahnen, wohin seine ersten Gehversuche beim Import von Kameras und Filmen noch führen sollen.

Im Frühjahr 1940 tritt die schwedische Regierung an den 34-jährigen Victor Hasselblad heran und fragt, ob er die deutsche Kamera, so wie sie ist, nachbauen könne. Der Überlieferung zufolge antwortet Victor darauf: "Nein, aber ich kann eine bessere bauen." Im April richtet Victor sich im Schuppen einer Autowerkstatt im Zentrum von Göteborg eine Kamerawerkstatt ein.

Der Schrottplatz um die Ecke liefert dringend benötigte Bauteile. Zusammen mit einem hochtalentierten Mechaniker aus der Autowerkstatt und seinem Bruder beginnt Victor, die deutsche Kamera in ihre Einzelteile zu zerlegen und die erste Hasselblad-Kamera zu entwerfen, die HK 7.

Nach wenigen Monaten ist die kleine Firma, die zunächst noch Ross Incorporated heisst, bereits eine Fabrik mit 20 Arbeitern. Im Jahr 1941 bezieht sie eigene Räumlichkeiten und beginnt, die Handkamera HK 7 in Serie zu produzieren. Bei einem Kameraformat von 7×9 cm arbeitet die Kamera mit 80-mm-Film und zwei Wechselobjektiven: einem Zeiss Biotessar und entweder einem Meyer Tele-Megor oder einem Schneider Tele-Xenar.

Ende 1941 erhält Victor von der Luftwaffe den Auftrag zur Entwicklung einer weiteren, im Flugzeug fest montierten Kamera mit grösserem Aufnahmeformat. Die schwedische Armee ist äusserst zufrieden mit der HK 7 und auch mit ihrer Nachfolgerin, der SKa4, die sich durch mehrere zukunftsweisende Merkmale wie das austauschbare Filmmagazin auszeichnet. Und die Entwicklung geht weiter.

Im Jahr 1942 verstirbt Karl Erik Hasselblad, und Victor erwirbt die Mehrheit der Anteile am Familienunternehmen F.W. Hasselblad. Die Produktion für die schwedischen Streitkräfte läuft unterdessen weiter; 342 Kameras liefert Hasselblad zwischen 1941 und 1945 aus. Doch die Militärkameras sind für Victor nur der erste Schritt auf dem Weg zur Entwicklung einer Kamera für die zivile Nutzung. Schon bald lässt er seine Mitarbeiter wissen, dass er nicht vorhat, ausschliesslich für die Armee zu produzieren. Er sagt ihnen, dass er den Privatkundenmarkt im Blick hat und an eine ganz neuartige Kamera denkt. Eine tragbare Kamera von höchster Qualität. Eine Kamera, die in seine Hand passen würde. Und Victor Hasselblads Hände waren sehr klein.

Das Unternehmen macht sich daran, diesen Traum wahr werden zu lassen. Während die Produktion für das Militär weiterläuft, wird Entwurf um Entwurf für Prototypen der neuen Kamera angefertigt. Doch erst nach Kriegsende kann Victor seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit in vollem Umfang auf die neue Kamera anwenden. Bis dahin beschäftigt er seine Arbeiter mit der Herstellung von sensiblen Uhrwerken. Über 95.000 Stück werden insgesamt produziert – eine hervorragende Vorbereitung auf die künftige mechanische Feinarbeit an den Kameras...

(Quelle: Webseite Hasselblad)


 

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